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11 Cover

Fast hätte ich es verpasst: das elfte J.B.O.-Album mit dem die Band 2016 vorspricht. Dann höre ich doch mal für Euch rein und nerve mit meinen Gedanken und Kommentaren:

„Wir lassen uns das Blödeln nicht verbieten“ geht bereits sehr treibend ins Ohr. Ich muss dabei schmunzelnd an die Formulierung „nie angegriffen, aber jahrelang die eigene 'Verteidigung' vermarktet“ denken und habe mir bei dem Titel schon was ähnliches gedacht. Immerhin nannte sich der letzte Tonträger ja auch „Nur die Besten werden alt“. Kann man hören, geht auch ins Tanzbein: passt!

„Panzer Dance“ tut irgendwie gut. Es gibt genügend Leute die so tun als hätten heimatlos gewordene nichts mit Krieg und Waffendeals zu tun und als müsse man bloß alle paar Tage mit einer neuen Falschmeldung eine „neue Sau durchs Dorf treiben“ und dann würde schon niemandem auffallen, dass man zu ehrlos ist um Menschen zu helfen, die ohne eigenes Verschulden in eine Lebensbedrohende Notlage gekommen sind., Besonders verlogen wirkt das Ganze, wenn es sich dabei um genau die Leute handelt die seit Jahr und Tag bei jedem Kriegseinsatz etwas von „Ruhm und Ehre“ faseln und allen Ernstes die Meinungen verbieten wollen, wenn jemand gegen dieses organisierte Massentöten die Stimme erhebt.

Ach so: das soll im Origninal ein Titel von D.J. Ötzi gewesen sein. Von dem habe ich auch mal irgendwann irgendein Lied gehört – hatte vermutlich seinen Grund weshalb ich keinen weiteren Titel mehr von ihm hören wollte.

„Metaller“ hat Mitsing-Potential und einen herrlich schrägen Gitarrensound. Mitsingen kann man gerne auch lauttark zu „Wacken ist nur einmal im Jahr“, während ich problemlos hätte weiterleben können ohne den Titel „Ich hätt gern mehr“ zu hören.

„Verliebt“ ist eine durchaus nette Idee, über deren musikalische Umsetzung ich nicht zwingend meckern muss. Kann man mal hören, kommt aber definitiv nicht in meine imaginäre Best of-Liste. Bessere Chance hat da schon „Jetzt ist halt heut“.

Es nimmt mir hoffentlich niemand übel, dass ich darüber sehr froh bin, dass „Fünf Minuten“ bloß 3:21 Minuten dauert und der Hörer anschließend mit der musikalischen Ausgestaltung von „Har Har Har“ entschädigt wird. Der Text... ähem... wem's gefällt.

„Nürnberg Groove“ stellt mich von Anfang an vor die Frage, von wem eigentlich das Original war. Muss ich aber nicht wissen um zu merken, dass das Ding ins Blut geht.

„Söderla“ versucht vermutlich zu begreifen wie man CSU-Mitglied werden kann und ich frage mich ob es an diesem Titel liegt, dass mir „M.F.N. for J.B.O.“ gerade so sehr auf den Keks geht – den muss ich wohl nochmal einzeln hören. Aber nicht jetzt. Jetzt gibt es den „Hidden Dreck“ auf die Ohren - also ich hab sehr gelacht. Und damit ist der Tonträger auch schon wieder vorbei.

Alles in allem ein hörenswertes Album, auch wenn mich nicht alle Titel überzeugen. Beim Thema Titel: wenn einem nichts besseres einfällt als das Album „11“ zu nennen, hätte man vielleicht „Elf“ schreiben und die Band mit spitzen Ohren abbilden können... dann noch einen der Titel die mir nicht gefallen durch ein feines Dio-Cover ersetzen und... man kann nicht alles haben.

(Reim-und-Klang für Radio Lauschrausch)

Motor an CoverRezensionen sind ja immer so eine Sache: Irgendjemand nimmt einen Tonträger und versucht dazu etwas Neues zu schreiben, etwas was er nicht schon mehrfach geschrieben hat, etwas was der potentielle Leser gerne und freiwillig lesen möchte. Auch der Schreiber dieser Zeilen.

Gut, versuchen wirs: Der geneigte Leser darf meine Eindrücke bei der ersten Begutachtung der neuen Ohrenfeindt-Platte mitlesen.

Steigen wir mit einer statistischen Übersicht an: Mit zehn neuen Titeln warten Ohrenfeindt auf ihrem sechsten Tonträger "Motor an!" auf und stellen so unter Beweis, dass ihnen auch 2015 noch nicht die Lust am Rocken vergangen ist. Zwei Jahre mussten die Fans seit "Auf die Fresse ist umsonst" auf neuen musikalischen Stoff von Ohrenfeindt warten.
"Ohrenfeindt": das meint 2015 Sänger, Bassist und Harp-Bändiger Chris Laut, Gitarrero Pierre Keule und Schlagwerker Andi Rohde – produziert wurde die Silberscheibe von Olman Viper und Chris Laut und wurde dem Publikum am 18.09.2015 erstmals vorgestellt.

Schon bei der äußerlichen Betrachtung des Albums fällt auf, dass Ohrenfeindt – ebenso wie Haudegen – auf der neuen Scheibe einen Titel namens "Gib mir mein Problem zurück" haben. Es dürfte interessant sein querzuhören was die Titel an Gemeinsamkeit aufweisen – was jeweils anders herübergebracht wird.

Das liebevoll gestaltete Booklet erfreut den Betrachter dadurch, dass er dort die Songtexte findet. Das ist sicher nicht ganz Unwesentlich für eine Band die deutsch singt. Und bislang konnten Ohrenfeindt schließlich ihre Fans mit Texten beeindrucken die diese tief im Herzen spüren konnten. Darüber hinaus findet sich auf der Mittelseite ein aussagekräftiges Bandfoto das so garnicht nach Hamburg aussieht.

Damit wird es Zeit sich endlich der Musik zu widmen!

Kaum dass der Silberling im CD-Laufwerk rotiert, schon kommt der treibende Sound aus den Boxen. "Zeit für Rock'n'Roll" ist der erste Titel der CD benannt und "geht geschmeidig ins Ohr". Wäre ich noch etwas jünger würde ich der Textzeile "schüttel dein Haar, schüttel was du hast" sicherlich Folge leisten. Aber man wird eben alt wenn man nicht vorher stirbt. Ganz im Gegensatz zu diesem Titel der sehr frisch und dynamisch daherkommt.

"1910" ist eine schwungvolle Liebeserklärung an den FC St. Pauli von 1910, während "Die Hoffnung stirbt zuletzt" den Frust schildert wenn die Bedienungsanleitung nichts taugt und der Anruf bei der Hotline nicht hilfreich ist. Unwillkürlich muss ich an die Textzeile aus Marc-Uwe Klings "Intelligente Maschinen" denken: "Ich sammle die unglaublich vielen Einzelteile meines an der Wand zerschellten Handys zurück in den Karton aus dem es kam und kreuze auf dem Rücksendeschein des Herstellers an: ‚Defekt‘. Nach kurzem Überlegen kreuze ich auch noch an: ‚Das Gerät entspricht nicht meinen Vorstellungen‘."

"Nimm die Kohle und renn" erzählt eine feine Geschichte in der ein Mensch versehentlich einen Koffer voll Geld bekommt, der ihm nicht gehört und die Konsequenzen die sich aus dieser Begebenheit ergeben. Wurden hier Ohrenfeindt von den Toten Hosen inspiriert, die auf ihrem ersten Album mit dem Titel "Geld" eine ähnliche Idee hatten? Jedenfalls kommt der Ohrenfeindt-Text erfreulich selbständig zu Gehör und hat bis auf die Grundidee nichts mit dem erwähnten Hosen-Titel gemein.

Unangenehme Zeitgenossen schildert der Titel "Gib mir mein Problem zurück". Jeder kennt vermutlich solche Leute die weder Hirn noch Herz benutzen: Menschen zu denen man in Notzeiten nicht kommen mag und mit denen man in guten Zeiten nicht seine kostbare Lebenszeit vergeuden will. "Wenn Du die Lösung bist, gib mir mein Problem zurück!" - nicht bloß ein eingängiger Titel, sondern auch ein brauchbares T-Shirt-Motto – quasi als öffentlich getragene Absage an all jene die lediglich ihre Feindbilder leben.

Mit dem Frust gegenüber dem Finanzamt beschäftigt sich der Titel "Früh oder später". Sowohl was das Zahlen von Steuern an sich betrifft, als auch den damit verbundenen Papierkram, wie auch die Frage was eigentlich mit diesem Geld passiert und ob es moralisch überhaupt vertretbar ist Steuern zu zahlen. Außerdem schwingt die Hoffnung mit, dass der Ärger mit dem Finanzamt irgendwann ein Ende finden würde.

Das Titelstück "Motor an" und "Für Rock'n'Roll gebaut" sind Bikersongs die ins Tanzbein gehen, während sich "Reich würde schon reichen" mit parasitären Erwägungen in der Partnersuche auseinandersetzt.

Schade, damit ist die CD schon wieder zu Ende und die Warterei auf die Nächste geht wieder von vorn los.

Nun könnte man glauben es handele sich bei dieser CD-Vorstellung ausschließlich um Lob eines Ohrenfeindt-Fans. Das ist sicherlich nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz korrekt. Denn eine Kritik geht an die Plattenfirma. Die hat nämlich einen Aufkleber mit Tourdaten auf die Plastikumhüllung gebracht. Das scheint zunächst schön und sinnvoll. Aber wer die CD kauft, mag sie natürlich gerne hören und entfernt zunächst die Plastikhülle um sich mit der CD auseinanderzusetzen. Nach dem Hören der CD hat er vielleicht die Absicht zu sehen ob er die Band live auf der Bühne erleben kann.

Also: "Plastikhülle wieder aus dem Müll fischen, glattstreichen, Tourdaten abschreiben oder einscannen, bzw. Direkt auf der Website der Band einsehen wo man sich die Daten so groß anzeigen lassen kann wie man sie braucht..."

Meckern kann jeder – besser machen nur wenige: Wie wäre es mit einem Einleger im Booklet. Durch die eingesparten Kosten, weil man für einen Einleger keine Klebeschicht braucht, könnte man einen größeren Einleger gegenfinanzieren und hätte die Tourdaten dort wo man sie haben will: In den Händen des Fans – nicht im Müll.

Und "natürlich" geht der obligatorische Kritikpunkt des Schreibers dieser Zeilen an die Band: Bei den Tourdaten findet sich kein Auftritt in Mittelhessen, oder in der Nähe... ;o)

Zwei Fäuste für Rock'n'Roll Cover

„Zwei Fäuste für Rock’n’Roll“ nennt sich die neue Scheibe von Ohrenfeindt. „Zwei Fäuste“, könnte man denken, „Ohrenfeindt sind doch zu dritt“? Mit Recht. Aber der Reihe nach: der Tonträger spricht mit 12 neuen Titeln vor und bevor ich dazu ein paar Worte verlieren möchte, will ich noch was zur Verpackung sagen. Zwei Fäuste mit jeweils einem Finger für jeden Buchstaben des Bandnamens und einem Bonusfinger für einen Totenkopfring? Dabei malt eine Textzeile im Titelstück doch das Bild eines „Rock’n’Roll-Gewitters“ das sicherlich ein feines Cover abgegeben hätte. Das hat sich die Band aber wohl für die nächste Live-Platte aufgehoben.

Die Hülle mal aufgeklappt und schon kann man sehen, wer denn bei Ohrenfeindt so alles mitmusiziert – fein gemacht. Die Rückseite hingegen… was hat sich die Werbefirma dabei gedacht rote Schrift auf schwarzen Untergrund zu bringen? Dass bereits zu viel weiß auf dem schwarzen Grund sei? Oder andersrum gefragt: werde ich langsam zu alt, oder ist die Songliste tatsächlich unlesbar?

Egal: wer lesen will, soll sich ein Buch kaufen – an mit dem Player!

Deine Mudder singt bei Lordi:
Fetter Sound, mit dem die Band in die CD einsteigt. Textlich erinnert Ohrenfeindt an die Zeile: „ist es zu laut, bist du zu alt“. Ansonsten erinnert mich der Text ein bisserl an die Band „Flatsch!“, während der Song aber deutlich mehr rockt. Klasse: der Titel lässt sich sicher live gut abfeiern.

Starkstrom Baby:
Es ist gemein, wenn ein Mensch sich Mühe gibt einen feinen Sound hinzulegen und dazu einen Text, den man tief im Herzen spüren kann und dann kommt irgendwer daher und meckert drüber. Aber Ohrenfeindt klingen hier wieder, wie man sie kennt und liebt. Und hier finde ich auch die Atmosphäre wieder, die mir auf „Motor an“ zu kurz kam.

Wanda Wondergirl:
Ein Titel der sich sicher beim Konzert gut mitsingen und wozu sich sicher gut abrocken lässt. Und wenn man beim Titel noch denkt „nein, bitte nicht schon wieder irgendeinen Schwachsinn aus dem Marvel-Universum“, sollte man Ohrenfeindt doch eigentlich besser kennen. Hier geht es um Leidenschaft und nicht um Menschen, die aus mysteriösen Gründen ganz toll Fliegen, oder Klettern können.

König und Rebell:
Ich muss gestehen, dass mich dieser Titel zunächst an die Dimple Minds erinnerte. Da es der erste Titel war, den ich vom neuen Ohrenfeindt-Album hörte, dachte ich einen Moment lang, dass man den Ohrenfeindt-Stil nicht ändern sollte. Was gut ist, ist gut: Punkt. Aber König und Rebell kann, entgegen meines allerersten Eindrucks, mitreißen.

Zwei Fäuste für Rock’n’Roll:
Das Titelstück und definitiv einer der besten Titel auf der Scheibe: den kennen meine Nachbarn mittlerweile bereits ganz genau. Ob sie ihn mögen? Von La Ola habe ich vor dem Fenster bei diesem Titel noch nichts gesehen, aber andererseits standen auch noch keine Uniformierten vor meiner Türe…

So nicht!:
Dieses Lied klingt zunächst so fröhlich, dass ich den Text so deute, dass sich der Erzähler freut irgendeinem Unmenschen mal so richtig die Meinung zu geigen – richtiger: zu singen.

Zu früh:
Sorry, aber zu „zu früh“ schreib ich mal besser garnichts. Manchmal sind es ja die Titel, die nicht sofort zünden, die später am besten rüberkommen. Insofern…

„Mein Wecker ist ein Uhrensohn“ – okay: feine Formulierung. Und ich stehe ja zugegebenermaßen auf derartige Wortspiele. Ich sollte den Titel nicht zu kritisch betrachten. Ist sowieso ein bißchen vermessen eine neue Ohrenfeindt-Veröffentlichung objektiv bewerten zu wollen.

Subjektiv habe ich zwei Jahre „auf neuen Stoff gewartet“, dann kommt eine Platte mit Titeln, deren Texte ich natürlich noch nicht auswendig kenne, die ich logischerweise noch nicht mitsingen kann – und damit erstmal eine gewisse Enttäuschung, weil mich mit dieser Platte nicht so viel verbindet, wie mit allen vorangegangenen Ohrenfeindt-Platten. Noch etwas Zeit ins Land werden mich auch mit dieser Platte Emotionen verbinden - vielleicht sogar die Erinnerung daran, wie die einzelnen Titel live auf der Bühne abgefeiert wurden und schon sieht so eine Kritik schon ganz anders aus. Ist ja auch gut, dass es neues musikalisches Material gibt, das man sich erst noch mit eigenen Emotionen anreichern darf, muss, kann – eigentlich alles zusammen.

Irgendwann:
Nix für die fröhliche Party, aber allemal ein Titel, den man tief im Herzen spürt – „mit echtem Herzblut gestrickt“. Und ja: es sind schon viel zu viele gute Leute tot. Aber „irgendwann sehn wir uns wieder“ – kein Grund das durch einen beherzten Sprung aus dem Fenster zu beschleunigen.

Auch wenn Platon schon berichtete, dass Sokrates angesichts des verhängten Todesurteils angemerkt haben soll, dass er sich den Tod eigentlich bloß in zwei Formen vorstellen könne: als Nichtsein – also wie einen langen, störungsfreien Schlaf. Etwas also, für das jeder, der unter Schlafstörungen leidet viel hergeben würde; oder aber als ein Sein, in dem man sich mit all den großen Geistern der Verstorbenen angeregt austauschen könne.

Und die Erben der Schöpfung singen zu Recht, dass niemand den Tod kennt und dass er vielleicht das größte Glück für den Menschen sei. Doof ist der Tod freilich für die Überlebenden – aber das führt jetzt hier zu weit.

Feiner Titel, echt.

Nix oder doppelt:
Der Sound treibt schön, der Sänger bringt ordentlich Gefühl rein – nix zu meckern. Und der passende Titel um die melancholischen Gefühle von „Irgendwann“ etwas zu zerstreuen.

Dreh dein Radio auf:
Dazu sag ich lieber nur, dass der definitiv viel im Radio gespielt werden wird – dafür sorge ich schon selbst. Und ich habe das Gefühl, dass ich da nicht der Einzige sein werde.

20359
Jetzt kenne ich also auch mal die PLZ von St.Pauli. Guter Titel und ich denke der kommt auch immer besser, je öfter man den hört.

Koks und Noten
„AC/DC meets Ton Steine Scherben“, so ließe sich dieser Titel sehr gut beschreiben, denke ich. Ein Titel der durch Mark und Bein geht. Danke hierfür.

CD schon vorbei? Na dann eben nochmal von vorne…

(Reim-und-Klang für Radio Lauschrausch)

meraluna

Wenn Sie nachts in der Dunkelheit aufwachen und um Se herum Cyborgs, jede Menge blutverschmierte Outfits und viele düstere Gestalten gepaart mit den ein oder anderen grellen Farben gemischt sehen, dann müssen Sie weder Angst haben, noch an Ihrem Verstand zweifeln - sofern Sie auf dem M'era Luna Festival sind.

Zum dritten Jahr in Folge wurde das M'Era Luna Festival mit insgesamt 25.000 Besuchern vollkommen ausverkauft. Das Festival der schwarzen Szene fand auf dem Flugplatz "Hildesheim-Drispenstedt" statt, der jedes Jahr von der schwarzen Szene nur zu gern aufgesucht wird. Gefeiert wurden dieses Jahr die Topacts ASP, Rob Zombie, Nightwish sowie Einstürzende Neubauten bei strahlendem Sonnenschein in entspannt-gemütlicher Atmosphäre. Bloß ein kleiner Regenschauer am Samstag morgen konnte das Wetter ein wenig abkühlen.

Der geneigte Leser darf sich schon auf Fields Of The Nephilim, The Lord Of The Lost Ensemble, Die Krupps, Faun, Suicide Commando, Letzte Instanz und Stahlmann vorbereiten - und falls diese Musikrichtung gefällt sieht man sich eventuell auf dem M'Era Luna 2016.

CD-Vorstellung: Konstantin Wecker – Ohne warum (2015)

coverIm aktuellen Jahr legt der Musiker, Liedermacher, Komponist, Schauspieler und Autor Konstantin Wecker mit seinem Tonträger „Ohne warum“ den Beweis vor, dass er der Welt noch immer etwas zu sagen hat. Und was Wecker zu sagen hat das sagt er erfreulich offen – teils sehr poetisch, teils gerade heraus, aber immer wieder gerne auch unbequem. Wenn Konstantin Wecker Stellung bezieht dann ist man geradezu gezwungen sich zu seinen Worten zu verhalten: Dann wird man vom konsumierenden Menschen zum hinterfragenden Menschen. Und das ist gut so.

Schon der fröhlich klingende Opener „Ich habe einen Traum“ erteilt menschenverachtenden Ideologien eine deutliche Absage. Wecker zeichnet darin das Bild einer Gesellschaft in der die Menschen den Menschen helfen, einander beistehen, Zusammenhalt leben, Hunger, Not und Krieg abschwören: Eine Welt in der Grenzen der Vergangenheit angehören.

Mit dem Titelstück „Ohne Warum (Sunder Warumbe)“ ist Konstantin Wecker einmal mehr ein poetisches Meisterwerk gelungen.

Aber auch in Stücken wie beispielsweise „Fast ein Held“, „Dass alles so vergänglich ist“, „Eins mit Deinem Traum“, „Auf der Suche nach dem Wunderbaren“ begegnet uns der Poet Konstantin Wecker.

„Novalis“ ist nicht bloß die Vertonung des 1800 veröffentlichten Gedichtes „Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“ von Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg, sondern weist einerseits auf die Aktualität des Gedichtes hin, fügt aber auch eigene Zeilen ein, die sich harmonisch in das Gesamtbild fügen. Der Titel „Die Gedanken sind frei“ kann gewissermaßen als Kontrapunkt zu „Novalis“ gesehen werden. Darin greift Konstantin Wecker das bekannte deutsche Volkslied über die Gedankenfreiheit auf, dichtet es fort und stellt es in einen aktuellen Kontext.

Neben weiteren sehr hörenswerten Liedern entwirft Wecker in „Willy 2015“ einmal mehr ein Bild unserer Gesellschaft und der derzeitigen politischen Zusammenhänge und entwickelt und argumentiert seinen Standpunkt zu aktuellen Geschehnissen. In diesem Teil der Willy-Reihe erfahren wir etwas über Weckers Vater, was die Frage nach der Identität des lyrischen Ich zu beantworten scheint. Offen bleibt die Frage ob Weckers Willy eine Kunstfigur ist, die darstellt wie er selbst manchmal gerne wäre

Fazit: Diese CD ist durchweg hörenswert und fordert dem Hörer ab sich auf die Texte einzulassen und darüber nachzudenken ob und inwiefern man Konstantin Wecker zustimmt oder eben auch nicht.

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